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Schüßler-Salze für die Schilddrüse

Die Schilddrüse ist nicht nur die größte Hormondrüse des Körpers, sondern eines unserer wichtigsten Organe überhaupt, denn sie steuert unsere Gefühle, sie gibt uns Kraft und erlaubt uns dadurch überhaupt erst, aktiv am Leben teilzunehmen. Die konventionelle Medizin beschränkt sich bei Schilddrüsenproblemen darauf, entweder zu operieren oder die Schilddrüse durch Gabe von L-Thyroxin ersetzen zu wollen. Beides mag bei manchen Krankheitsbildern angezeigt sein. Die meisten Menschen aber leiden entweder an einer Hashimoto-Thyreoiditis, einer Entzündung der Schilddrüse mit der Gefahr der Selbstzerstörung, oder an gutartigen Schilddrüsenknoten – Krankheitsbilder, die von sanfteren Methoden oft weit stärker profitieren, was nicht nur zur Erhaltung des Organs, sondern auch zur Wiederherstellung seiner Leistungsfähigkeit führt. Eine gesunde Schilddrüse erlaubt uns, uns in unseren ganzen Fähigkeiten und Anlagen zu entfalten und ein reichhaltiges emotionales Leben zu führen.

Auf dem Weg zu einer heilenden Behandlung von Schilddrüsenkrankheiten sind Schüßler-Salze ungemein wertvoll. Sie helfen dem Immunsystem, eine Entzündung rascher zu überwinden. Sie weichen harte Strukturen auf und erlauben so die Rückbildung harter Knoten. Sie verbessern den Jodstoffwechsel und helfen den Drüsenzellen bei der Hormonbildung. Sie greifen stabilisierend in unseren Gefühlshaushalt ein und können so die Wirkung der Schilddrüsenhormone unterstützen. Der nächste Schritt einer Heilbehandlung der Schilddrüse ist die Anwendung von Heilpflanzen und heilenden Essenzen auf der Halshaut direkt über der Schilddrüse, wodurch günstige Wirkungen auf Entzündungsprozesse und Knoten genommen werden können (siehe Kasten).

Der erste Schritt der Schüßler-Therapie ist die Gabe von Nr. 15 Kalium jodatum D6. Man nimmt 5 Tabletten täglich über den Tag verteilt über sechs Wochen. Dadurch wird der Jodstoffwechsel aktiviert, was sich günstig auf viele Knotenbildungen auswirkt und außerdem eine geordnete Abgabe von Schilddrüsenhormon in das Blut erreicht. Das kann sich günstig auf Überfunktions- wie auch Unterfunktionsbeschwerden auswirken, da die Leistung der Schilddrüsenzellen harmonisiert und optimiert wird.

Bei Hashimoto-Thyreoiditis gibt es zwei Stadien. Im Akutstadium leiden Sie an Überfunktionsbeschwerden wie Angst, Herzklopfen, Schwitzen, Schwäche. Im Spätstadium rutschen Sie in die Unterfunktion und sind dann müde, schlapp, und teilnahmslos. In beiden Fällen ist es sinnvoll, die Anfangskur mit der Nr. 15 zu machen. Außerdem gibt man im ersten Stadium Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12, Nr. 8 Natrium chloratum D6 und Nr. 12 Calcium sulfuricum D6, um die Entzündung zu lindern und den Wasserhaushalt zu stützen. Im Spätstadium finden sich hingegen schon Vernarbungen, Verhärtungen und Knotenbildungen, die den Schilddrüsenzellen „die Luft abschnüren“. Hier gibt man Nr. 15 Kalium jodatum D6 (um den Jodstoffwechsel dauerhaft im Lot zu halten), Nr. 1 Calcium fluoratum D12 (um harte Strukturen aufzuweichen) und Nr. 11 Silicea D12 (ein probates Mittel bei chronischen Entzündungen). Diese Mischung ist auch geeignet für harte Schilddrüsenknoten, die wohl durch Jodmangel entstanden sind. Sie hilft, die harten Strukturen der Schilddrüse (und der Seele) wieder aufzuweichen und sollte bei harten Knoten mindestens 3 Monate lang angewandt werden.

Bei den dramatischen Erkrankungen der Schilddrüse, dem Krebs, dem Morbus Basedow und dem autonomen Adenom, hat die Schüßler-Therapie nur begleitende Funktion. Hier sind Schilddrüsenblocker bei Überfunktion und die Operation und Bestrahlung vorrangig. Bei Überfunktion der Schilddrüse sollte man auch die jodhaltigen Schüßler-Arzneien Nr. 15 Kalium jodatum D6 und Nr. 24 Arsenicum jodatum D6 vermeiden, da bei Jodempfindlichkeit durch diese Arzneien eher noch eine Verschlimmerung der Beschwerden zu erwarten ist. Hilfreich hingegen sind alle Kalzium-Salze aus dem Kanon: Nr. 1 Calcium fluoratum D12, Nr. 2 Calcium phosphoricum D6, Nr. 12 Calcium sulfuricum D6 und Nr. 22 Calcium carbonicum D6, da Kalzium Sicherheit und Stabilität vermittelt und dabei entkrampfend und beruhigend wirkt. Auch die Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6 hat hier unterstützende Wirkung, am Besten in der heißen Anwendung, bei der man 10 Tabletten in ein Glas heißen Wassers gibt.

Etwa ein Drittel der Deutschen haben Schilddrüsenknoten verschiedener Ausprägung. Manche sind dunkel, weil sie vor allem aus Flüssigkeit bestehen, andere können sogar verkalkt sein, weshalb man von Schilddrüsensteinen sprechen muss. Häufig ergibt sich ein buntes Bild von hellen und dunklen Knoten, bei denen der Arzt überprüfen muss, ob auch einmal ein bösartiger Knoten dahinter steckt. Über 90 Prozent der Betroffenen haben aber an sich harmlose Knoten, die auch nie bösartig werden, weshalb eine Operation nur dann sinnvoll ist, wenn sich Knoten rasch vergrößern und dann auf die Luftröhre drücken. Bei einem solchen Mischbild empfehle ich folgende Schüßler-Kur:

Nr. 1 Calcium fluoratum D12 (um harte Knoten aufzuweichen)

Nr. 8 Natrium chloratum D6 (weil dieses Salz Knoten auflösen kann, die durch Gram und Bitterkeit entstehen)

Nr. 12 Calcium sulfuricum D6 (weil es Sicherheit gibt und Entzündungen stoppt)

Nr. 15 Kalium jodatum D6 (weil es den Jodstoffwechsel optimiert).

 

 

Weitere Einsatzgebiete der 12 Schüßler-Basissalze bei Schilddrüsenkrankheiten:

 

Nr. 1 Calcium fluoratum D12: Gegen harte Knoten und Narben nach Entzündungen der Schilddrüse

Nr. 2 Calcium phosphoricum D6: Bei Morbus Basedow und autonomem Adenom

Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12: Bei jeder Form der Schilddrüsenentzündung und bei Krebs, um den Sauerstoffhaushalt zu verbessern und das Immunsystem zu aktivieren

Nr. 4 Kalium chloratum D6: Bei Schwellungen der Schilddrüse durch Entzündungen wie Hashimoto und Basedow

Nr. 5 Kalium phosphoricum D6: Bei nervlicher Erschöpfung im Rahmen von Überfunktionen

Nr. 6 Kalium sulfuricum D6: Als Leberstärkung bei entzündlichen Erkrankungen

Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6: Als Entspannungssalz bei Überfunktion

Nr. 8 Natrium chloratum D6: Bei Entzündungen und Knoten, da es homöopathisch gegen Kummer und Gram angeht, Gefühle, die sich oft in die Schilddrüse eingraben

Nr. 9 Natrium phosphoricum D6: Bei Jugendlichen mit Schilddrüsenproblemen

Nr. 10 Natrium sulfuricum D6: Bei Bluthochdruck im Rahmen einer Überfunktion

Nr. 11 Silicea D12: Bei Entzündungen und Verhärtungen der Schilddrüse, vor allem, wenn diese schon seit vielen Jahren bestehen

Nr. 12 Calcium sulfuricum D6: Ein weiterer Entzündungshemmer, der außerdem bei Überfunktion seelische Stabilität erreichen kann und bei Hashimoto und Basedow häufig zum Einsatz kommt

 

Weiterführende Literatur von Berndt Rieger:

Die Schilddrüse. Balance für Körper und Seele (Herbig Verlag)

Hashimoto und Basedow. Schilddrüsenkrankheiten ganzheitlich behandeln und heilen (Herbig Verlag)

Schilddrüsenknoten. Warum sie entstehen – wie man sie heilen kann (Createspace)

 

Die Schilddrüsenmassage

 

Die Schilddrüse liegt vorn am Hals unter dem Kehlkopf direkt unter der Haut und kann deshalb durch Lokalanwendungen erreicht werden. Öle von Heilpflanzen werden einmal täglich über 10 Minuten einmassiert – schonend bei Entzündungen, mit Druck bei harten Knoten, um diese aufzuweichen. Bei Hashimoto nehmen Sie Sanddornöl, bei harten Knoten Aprikosenöl und bei Morbus Basedow und autonomen Adenomen Nachtkerzenöl.

Noch schonender sind Wickel. Bei Schilddrüsenentzündung machen Sie Quarkwickel. Ein Esslöffel Quark direkt aus dem Kühlschrank abends auf die Schilddrüse gelegt, Plastikfolie darüber, um ein Austrocknen zu verhindern, mit einem Halstuch festgebunden und über Nacht belassen. Harte Knoten sprechen besser auf Gelee Royal an, das in gleicher Weise über Nacht aufgestrichen und abgedeckt wird. Ein Bienenwachswickel nachts auf der Schilddrüse erzielt ähnliche Wirkung.

 Weiterführende Literatur von Berndt Rieger:

Die Schilddrüsenmassage. Heilende Techniken bei Hashimoto-Thyreoiditis und Schilddrüsenknoten 

 

Fett und aufgeregt mit Gluten und Glutamat

Gluten macht dick. Gluten macht rastlos. Wer wissen will, was Gluten aus Menschen macht, muss nur Kulturen wie die in Europa und Nordamerika studieren, in denen alles, was Fastfood oder auch Zwischenmahlzeit bedeutet, sich fast ausschließlich auf die Aufnahme von Gluten beschränkt.

Denn Gluten ist der wichtigste Inhaltsstoff von Weizen. Aber auch in Roggen, Gerste, Dinkel und Hafer ist es vorhanden. Es ist ein Eiweiß. Eiweiß gibt Kraft, das weiß jeder. Und dieses Eiweiß Gluten, das aus den Eiweißen Gliadin und Glutenin besteht, gibt besonders viel Kraft. Das ist der wesentliche Unterschied zwischen Menschen, die Weizenprodukte essen und Menschen, die keine Weizenprodukte essen. Erstere sind nicht nur dicker als letztere und haben mehr Verdauungsprobleme, sondern sie haben auch mehr Kraft, denn sie essen mehr Eiweiß, das dazu noch den Vorteil hat, glutaminsäurereich zu sein.

Glutaminsäure ist ein natürliches Aufputschmittel. Was es leisten kann, weiß jeder, der beim Chinesen seine Dosis Glutamat abbekommen hat. Unter dem Namen „Umami“ war Mononatriumglutamat im Japan des frühen 20. Jahrhunderts der neueste Schrei und wurde von einem gewissen Herrn Kikunae Ikeda für die Massenvermarkung synthetisiert. Seither sind die Japaner wohl noch arbeitssamer als früher mal, und die Chinesen auch. Denn wenn man davon zuviel abkriegt, erlebt man einen epileptischen Anfall. In geringerer Dosis erhöht Glutamat die Anspannung der Muskeln des Körpers. Und als stetige Beigabe in die Nahrung macht es jedenfalls etwas nervös und getrieben und vielleicht auch etwas klüger, wie psychologische Studien zeigen.

Warum wir also Brot, Brötchen, Waffeln, Mehlspeisen, Knödel und Klöse, Pizza und Nudeln und all das essen? Nicht nur, weil es uns schmeckt – das tut es ja auch, weil da eine Vorstufe von Umami drin ist, und das ganz ohne Soyasoße – sondern, weil es uns antreibt wie Kaffee.

Glutenländer haben Männer, die ab 40 einen unschönen Bauch haben, was man anderswo nicht unbedingt kennt. Einen aufgetriebenen Bauch mit Blähungen und unregelmäßigem Stuhlgang. Wer aufhört, Gluten zu essen, der kriegt wieder einen flacheren Bauch und sieht auch jünger aus. Die Fettschicht, die sich um den Nabel gebildet hat, geht zurück. Denn es stellt sich heraus, dass das „Fettgewebe“ nicht immer „Fettgewebe“ ist, sondern auch einfach Gewebe sein kann, dass in der Nähe von Magen und Darm liegt, wo Gluten alles verklebt. Denn dafür ist es ja im Wesentlichen gut. Ohne Gluten hält kein Brot, hält keine Breze zusammen. Alles Backwerk lebt von der Bindekraft des Glutens, die ein bißchen an Patex erinnert. Klebt gut, doch ob es unbedingt bekömmlich ist?

Bis zu ein Prozent der Menschen gelten als glutenunverträglich. Diese Damen und Herren haben ganz offiziell, was man eine Zöliakie nennt. Aufgetriebener Bauch, schlechtes Gedeihen von Kindern, Durchfälle. Ich würde schätzen, dass 40 % der Menschen über 40 eine Glutenunverträglichkeit hat, die man nicht so leicht in Zahlen fassen und im Labor abklären kann. Es reicht eigentlich, ihnen auf den Bauch zu schauen. Ein Großteil der Bäuche, die über den Hosenbund ins Weite drängen, haben mit der Freude an der Nahrungsaufnahme nichts zu tun. Es sind verklebte Bäuche, die nach Freiheit rufen. Sie tun das in der Sprache des Darms, die nicht immer angenehm zu hören und vor allem zu riechen ist.

Und diese Menschen haben auch etwas Rastloses und schlafen nicht gut, denn sie sind Glutamat-Junkies geworden. Schon morgens beißen sie in ein Weizenmachwerk, das von der flächendeckenden Anzahl der Weizenbäcker angeboten wird, bevor alle anderen Läden aufmachen, und trinken dazu ihren Kaffee. Und dann wundern sie sich, warum sie tagsüber nicht mehr „runterkommen“ können und nachts schon gar nicht.

Glutenunverträgliche aller Länder, vereinigt euch! Wir brauchen glutenfreie Imbissstuben und Cafes! Wir wollen Reiswaffeln und Maiswaffeln und glutenfreies Gebäck überall und zu jeder Zeit und dazu gemütlich den guten alten Zichorienkaffee trinken. Die Wegwarte hat kein Gluten, wohl aber der sonst angebotene Getreidekaffee. Aber das ist wieder ein anderes Kapitel.

Grippe: Müssen Sie sich impfen lassen?

Nun da die Aufregung über die Neue Grippe etwas abgeflaut ist, können wir ruhiger über Impfungen reden. Wenigen werden die Mechanismen entgangen sein, mit denen in diesem Gesundheitssektor Umsatzsteigerungen für die Hersteller von Impfstoffen erzeugt werden. Am Anfang standen die ungerechtfertigte Einstufung der Schweinegrippenwelle als Epidemie durch Impfexperten und unendlicher Druck auf Gesundheitspolitiker, vorsorglich Impfstoffe anzuschaffen. Dann erfolgte Druck auf die Ärzte, indem man 10 Impfstoffe gemeinsam in eine Ampulle packte und damit Praxispersonal dazu motivierte, den gesamten Patientenkreis abzutelefonieren und „Einbestellungen“ vorzunehmen, die sonst wohl nicht passiert werden, und auch das aus dem einfachen Grund, dass sonst die Durchführung der Impfung durch Hausärzte für diese ein riesiges Verlustgeschäft gewesen wäre. Auch die Politik ist auf Millionen Impfdosen sitzen geblieben und es klafft nun ein Multimillionenloch, das entweder der Steuerzahler oder die Krankenversicherten zahlen müssen. Jedenfalls Menschen, die diese Leistung weder gewollt noch überhaupt angefordert haben.

Es werden im Gesundheitsbereich immer wieder solche Raubzüge durchgeführt, deren Gewinner letztendlich Pharmakonzerne und ihre Aktionäre sind. Das ist ärgerlich und vergleichbar mit den Einfällen rauer Völker im Römischen Reich der Antike, die letztlich zum Zusammenbruch des Gemeinwesens und der dunklen Periode geführt haben, die wir das Mittelalter nennen. Eine Zeit, in der unter anderem auch das zuvor von griechischen Ärzten und zahlreichen Heilstätten garantierte Gesundheitswesen zusammenbrach.

Diese Verhältnisse sollten uns nicht vergessen lassen, dass Impfungen durchaus hilfreich sein können und wahrscheinlich einen gewissen Teil dazu beigetragen haben, dass wir länger und besser leben. Überschätzen sollte man diese Wirkung nicht. Auch die Tuberkulose ist in Europa weitgehend ausgestorben, obwohl es keine Impfungen gab. Aber immerhin: Pockenepidemien gibt es seither nicht mehr. Dieser Erfolg des Durchimpfens einer Bevölkerung hat dazu geführt, dass man in manchen Staaten nicht einreisen darf, ohne ein aussagekräftiges Impfheft mitzuführen, das beweisen möchte, dass man keine Gefahr für die Volksgesundheit des Gastlandes darstellt.

Hier beginnt schon der allgemeine Selbstbetrug. Dass Sie einen Stempel im Impfpass haben, heißt eigentlich nur, dass Sie jemand geimpft hat. Ob diese Impfung tatsächlich „angegangen“ ist, also eine Immunreaktion ausgelöst hat, die in der Bildung von Antikörpern mündete, die einen effektiven Schutz gegen das Virus darstellen, weiß keiner, der nicht die Antikörperspiegel im Blut, den so genannten Impftiter, misst. Das tun aber nur sehr wenige.

Es wird geschätzt, dass eine Grippeimpfung nur in etwa der Hälfte der Fälle einen effektiven Schutz auslösen kann. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass man Impfreaktionen, die Impflinge besonders fürchten, vermeiden möchte und deshalb die Zugabe von „Verstärkern“ scheut. Diese machen Nebenwirkungen, bewirken aber auch häufiger einen effektiven Schutz. Deshalb steht der Impfstoffhersteller im Wesentlichen vor der Frage, ob er entweder einen wirkungsarmen Impfstoff herausgibt, der von einer breiten Masse angenommen wird und nicht zurückgezogen werden muss oder einen wirkungsvollen Impfstoff, der womöglich aufgrund zahlreicher Beschwerden und Probleme aus dem Verkehr gezogen werden muss, bevor er Gewinne einspielen kann.

Für den Konsumenten – zu dem Menschen im Gesundheitsbereich zunehmend gemacht werden – gilt es hier vor allem zwei Fragen zu beantworten: Bin ich bereit, die Krankheit, die durch die Schutzimpfung hervorgerufen werden könnte, notfalls selbst durchzumachen? Und: Kann ich es für mich verantworten, im Krankheitsfall jemand anderen anzustecken?

Man sollte sich also nur gegen etwas impfen lassen, dessen mögliche Schädigungen man fürchtet. Dazu gehören beispielsweise Tetanus, der Wundstarrkrampf, der Höllenqualen verursacht und oft tödlich ist. Oder Polio, die Kinderlähmung, die auch bei Erwachsenen schwere Lähmung hervorrufen kann. Kann man das Erkrankungsrisiko mindern – beispielsweise im ersteren Fall, indem man das Verletzungsrisiko und schmutzige Wunden verursacht oder im zweiten Fall nicht in Gebiete reist, in denen Polio grassiert, wird man eher von der Impfung Abstand nehmen. Bei einer Grippe weiß man nie, wie schwer sie sich auswirken wird. Die in der Öffentlichkeit genannten Sterbeziffern halte ich persönlich für übertrieben. Persönlich ist mir in 20 Jahren Praxis kein Grippetoter bekannt geworden. Deshalb steht für mich fest, dass eine relativ harmlose Grippewelle wie die Schweinegrippe 2009 einen guten Anlass darstellt, Wirkspiegel gegen künftige H1N1-Viren aufzubauen. Je mehr Leute sich dabei infiziert hätten, desto besser wäre es für die Volksgesundheit gewesen. Anstatt Milliarden für Impfstoffe bereit zustellen, hätte die Gesundheitspolitik Sangria-Partys in allen deutschen Städten veranstalten sollen. Mehr Spass hätte das gebracht, billiger wäre es gewesen, und es wäre zu erwarten, dass Menschen, die die Schweinegrippe mitgemacht hätten, einen weit effektiveren Schutz aufgebaut hätten als durch jede Impfung.

Zweite Frage: Ist es zu verantworten, dass man im Krankheitsfall jemanden ansteckt? Alte und geschwächte Menschen haben angeblich ein anfälligeres Immunsystem als andere. Ob diese weitläufig verbreitete Meinung stimmt, weiß keiner. Wohl aber gibt es Studien, die zeigen, dass gerade alte Menschen, die in ihrer Jugend häufig virale Infekte durchgemacht haben, ein weit stabileres Immunsystem haben als Vielgeimpfte der jüngeren Generation.

Deshalb können Sie das moralische Dilemma der Ansteckbarkeit am Ehesten dadurch lösen, dass Sie Sicherheitsvorkehrungen im Erkrankungsfall treffen. Wenn Sie ein Virus aufgeschnappt haben, ziehen Sie sich eine Woche lang zurück. Wo das nicht geht, desinfizieren Sie häufig ihre Hände, da virale Infektionen besonders auf diesem Weg übertragen werden. Ermuntern Sie Menschen Ihrer nächsten Umgebung, sich möglichst zu schützen, sofern diese nicht selbst die Gelegenheit nutzen wollen, sich gegen ein Virus auf natürlichem Weg – nämlich durch eine Erkrankung – zu immunisieren. Halten Sie sich von Menschen fern, die Sie keinesfalls infizieren wollen, zum Beispiel Babys oder schwer kranke Menschen.

Nach meiner Erfahrung kann das Schüßler-Salz Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12, mindestens 20 Tabletten kurz hintereinander einzeln gelutscht, einen Großteil von viralen Infekten im Frühstadium überwenden, bevor sie ausbrechen. Auch andere Methoden wie die Gabe von Umckaloabo oder die einmalige Einnahme von 5 Eupatorium perfoliatum D12 Kügelchen wirken lindernd auf grippale Infekte.

Ferrum phosphoricum und die Eiseninfusion

Der Basler Internist Dr. Beat Schaub hat seit den 1990er Jahren in der Schweiz etwas Großes vollbracht. Was vorher bei vielen Patienten Depression oder Erschöpfungssyndrom oder was weiß ich hieß, ist jetzt als Eisenmangelsyndrom erkannt. Frauen mit Regelblutung im Alter zwischen 20 und 50 Jahren leiden öfters darunter. Wenn sie dann eine Serie von Eiseninfusionen bekommen haben, ist es erstaunlich zu sehen, wie beschwingt und kraftvoll und ganz in ihrer Mitte dieser Frauen dann sind. Diese Tatsache hat dazu geführt, dass ein Großteil der Schweizer Hausärzte aber auch Fachärzte wie Neurologen Eiseninfusionen durchführen, wenn sie einen niedrigen Ferritinspiegel (Gesamtkörpereisen) gemessen haben. Auch in Deutschland gibt es manche Ärzte, die sich als Eisenzentrum deklariert haben.(Näheres zum Eisenmangelsyndrom und den Zentren: www.eisenzentrum.org)

In meiner eher naturheilkundlichen Praxis stellt sich hier sehr häufig die Frage, ob man nicht mit Schüßler-Salzen und anderen Maßnahmen den gleichen Effekt haben könnte. Meine Antwort lautet eher nein. Insgesamt ist das ja ein komplexes Thema. Einen Eisenmangel kann man durch eine sehr einfach zu bestimmende Ursache entwickeln. Die häufige oder zu starke Regelblutung ist das eine – dahinter kann sich ja auch noch eine andere Krankheit verbergen, die man auch behandeln muss. Dann gibt es konsumierende Krankheiten, von Entzündungen bis hin zu Krebs, die Eisenmangel hervorrufen dadurch, dass zuviel verbraucht wird. Oder Magen- und Darmkrankheiten, die erklären, warum man zuwenig Eisen aufnimmt. Wir haben hier also einerseits eine Situation, bei der man nicht genau weiß, ob es mit einem bloßen Ersatz von Eisen getan sein wird. Und wenn man zu dem Schluss gekommen ist, es ersetzen zu wollen, ist noch nicht klar, ob dieses einfach über die Nahrung passieren kann oder ob man andere Wege gehen muss. Und wenn man einen anderen Weg geht, weiss man ja von der sanften Medizin, dass man hier ein Mittel finden muss, das sehr gut auf die Krankheit „passt“. Denn sonst kann es passieren, dass man sehr lange herumdoktert, und verbessert hat sich eher nichts.

Trotzdem hat die Naturheilkunde hier große Möglichkeiten. Nehmen wir einmal an, Sie waren beim Arzt und sind bis auf Ihren Eisenmangel „eigentlich gesund“. Sie haben zwar ein Gesamtkörpereisen um 10 mg/dl