Hashimoto: Wächst die Schilddrüse nach, wird sie wieder völlig gesund?

Ja, das kann sie. Ich habe das schon oft gesehen, und hier ist ein Beispiel:

Sie sehen in diesem ersten Bild in der Mitte die rundliche schmale Struktur des rechten Schilddrüsenlappens, der über Jahre hinweg bei Hashimoto entzündlich geschrumpft ist und sich etwa auf ein Drittel der normalen Größe verkleinert hat.

Antikörper bestanden zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, es war also eigentlich ein Zustand nach Hashimoto-Thyreoiditis, die sich bereits als Autoimmunkrankheit erschöpft hatte.

Bei der gleichen Patientin zeigt sich eineinhalb Jahre später eine rechte Schilddrüse, die wieder eine normale Größe angenommen hat. Sie hat sich entfaltet und dabei wieder ihre eckige Kontur gewonnen.

In dem Zeitraum hat die Patientin ihr Erschöpfungssyndrom  und ihre Angststörung überwunden und auch keine Depression mehr.

Therapeutisch ist gar nicht so viel passiert. Als Erstes war es bedeutsam, die obige Struktur als Verkleinerung und narbige Verklebung der Schilddrüse zu erkennen und der Patientin Schilddrüsenextrakt vom Schwein als Hormonersatz anzubieten. Das war anfänglich nicht gut möglich, da eine Nebennierenschwäche bestand, bei der eine eher niedrige Toleranz in Bezug auf Schilddrüsenhormonersatz besteht. Mittlerweile aber nimmt die Patientin mehr als die Hälfte des täglichen Hormonersatzes auf diesem Weg.

Dann war anfänglich ein niedriger Vitamin D-Spiegel gefunden worden, der mit der Gabe von Vitamin D3 und Vitamin K2 angehoben wurde. Diese Therapie besteht derzeit noch fort.

Die Antidepressiva, die anfänglich hoch dosiert waren, sind seit einem Jahr abgesetzt. Die Vision in die Zukunft ist es, in diesem Jahr nach und nach die Dosierung von Schilddrüsenextrakt zurückzufahren und Vitamin D3 abzusetzen, da jetzt von einer vollständigen Gesundung auszugehen ist.

Schreibe einen Kommentar