„Pooling“ bei der Einnahme von Schilddrüsenextrakt (NDT)

Viele Tausende von Menschen mit Schilddrüsenschwäche wechseln von synthetischem L-Thyroxin auf Schilddrüsenextrakt vom Schwein und erleben, dass es Ihnen dabei viel besser geht, und sie damit viele Schilddrüsenunterfunktionsbeschwerden los werden. Diese bessere Wirkung ist durch mehrere Studien auch bewiesen worden und könnte deshalb auch von der so genannten Schulmedizin als Arznei angenommen werden. Doch das ist nicht so. Endokrinologen und andere Schilddrüsenspezialisten bieten ihren PatientInnen weiterhin lieber das billige L-Thyroxin als Hormonersatz an, an dem jeder im Medizinsystem verdient außer der Patient, und wenn dieser Patient – meist ist es eine Patientin – damit nicht zufrieden sein sollte, kommt da schnell die Aufforderung, sich nicht so anzustellen, L-Thyroxin weiter zu schlucken oder es doch mal mit einem Antidepressivum zu versuchen.

Aus diesem Bereich der Endokrinologie kommen auch immer wieder Hinweise, in welchem prozentualen Verhältnis zueinander sich zwei Schilddrüsenhormone, das noch unwirksame T4 und das wohl wichtigste wirksame Hormon T3, bewegen sollten, um eine gute Einstellung mit Hormonen zu gewährleisten. Aus meiner Sicht ist diese Prozentbestimmung hanebüchen und in die Irre führend, denn T4 hat ja keine oder fast keine Wirkung im Körper des Menschen und ist eher so etwas wie ein Maßstab dafür, wie viele Hormone die Schilddrüse produziert beziehungsweise wie viel dem Körper zugeführt werden. T4 liefert aber keinen Aufschluss dafür, wie aktiv Schilddrüsenhormone im Körper wirklich sind, ob sie in den Zellen überhaupt wirksam ankommen. Und die Bestimmung von T3 ist prinzipiell ein interessanter Richtwert, doch man muss dabei auch bedenken, dass mit diesem Wert alle anderen Unterhormone der Schilddrüse zugleich mitgemessen werden, die 3 Jodatome aufweisen, und von denen es noch mal knapp 30 weitere gibt, und die verschiedenste Wirkungen haben, darunter auch gegenteilige Wirkungen zum T3. Wo T3 den Zellstoffwechsel anregt und wärmt, sind die Thyronamine beispielsweise kühlend und verlangsamen den Stoffwechsel. Und dann gibt es auch noch andere Unterhormone wie das rT3, die hier in die Gleichung einfließen, und die eher die Nebennierenfunktion bremsen und für den Stoffwechsel gar keine aktivierende Wirksamkeit aufweisen. So gesehen sagt ein hoher T3-Wert im Blut nicht besonders viel aus, er muss interpretiert werden. Wie viel T3 überhaupt da ist, kann da interessant werden, aber ein hohes T3 kann Verschiedenstes bedeuten, Gutes wie Schlechtes. Wie viel wirklich aktives T3 im Körper kursiert, spürt man ja, und auch die Messung der Körpertemperatur gibt hier gute Aufschlüsse. Liegt diese im Zielkorridor von 36,3-37,3 Grad Celsius, ist die Versorgung mit T3 gut. Da kann aber das T3, das man im Labor im Blut misst, verschiedenste Werte anzeigen, je nachdem, wie viele Unterhormone hier in diesem Wert zusammengemischt werden. Und wenn mich meine Erfahrung mit Schilddrüsenpatient(inn)en eines gelehrt hat, dann, dass manche mit sehr niedrigen Werten Wohlbefinden haben und andere nur mit sehr hohen Werten oder irgendwas dazwischen. Ich bin kein großer Freund der Laborinterpretation, und frage lieber: Und, wie geht es Ihnen dabei? Welche Temperatur messen Sie denn? Denn wir wissen, dass unser Gehirn mit der Schilddrüse vor allem einen Zweck verfolgt: Hormone so zu bilden, dass die Temperatur um 37 Grad Celsius liegt. Das ist die Ausgangssituation. Wenn Sie also ein fT3 im Blut haben, das im oberen Normbereich ist und die Temperatur ist 37, bin ich geneigt, das für gut zu halten, keinesfalls aber, wenn die Temperatur bei 35 Grad gemessen wird. So gesehen hat für mich die Prozentmessung fT3 zu fT4 gar keinen Sinn. An dieser Stelle ist mir klar, dass ich mit diesem Blog-Eintrag zu einem Zeitpunkt Ende 2017, wo das Internet von Ratschlägen über die essentielle Wichtigkeit der Durchführung dieser Prozentmessung überquillt, einen Großteil meiner Leser verliere. Das ist okay. Denen, die weiter Prozentberechnungen anstellen werden, wünsche ich viel Erfolg auf dem Weg zur Heilung ihrer Schilddrüsenkrankheit, und ich meine das ernst. Für alle andere möchte ich an dieser Stelle noch genauer werden:

„T3“ ist nicht ein Hormon, es ist die Fülle von vielen Unterhormonen, deren Funktion wir derzeit noch gar nicht kennen. „Ein hohes T3“ ist nicht unbedingt ein Zeichen für eine Schilddrüsenüberfunktion. Wenn man dabei friert, ist es das keinesfalls, sondern wir messen hier eine Schilddrüsenunterfunktion mit einem hohen Thyronamin und sollten Jod oder Hormone geben, um diesen Missstand zu beheben. T4 ist eindeutig, aber T3 wird immer Verschiedenstes bedeuten, solange wir keine genauere Labordiagnostik aufweisen. Wenn man sich diese Verhältnisse vor Augen hält, kann man schnell erkennen, dass die „Messung“ des prozentualen Verhältnisses zwischen T3 und T4 im Blut nur wenig aussagekräftig ist und eher zu Missverständnissen oder Fehleinschätzungen der Wertigkeit einer Therapie oder der richtigen Dosis eines Hormonersatzpräparates führen wird. Und wenn es um die Frage des „Poolings“ geht, haben wir genau jene Situation, wo „T3“ im Blut hoch gemessen wird. Eigentlich sind diese Verhältnisse bekannt, aber ich lese nur selten davon. Stattdessen beobachte ich, dass sich diese „Messung“ von „T3“ und seine in Bezugsetzung zu T4 unter Menschen, die an Schilddrüsenschwäche leiden und die Hormonpräparate nehmen, mehr und mehr einbürgert, getrieben von Informationen, die zum Großteil aus Online-Foren und Social Media Gruppen stammen.

Da es bei dieser „Messung“ häufig zu Widersprüchen kommt, hat sich in letzter Zeit die These eines „Poolings“ von T3 eingebürgert, die diese Widersprüche unter dem Dach eines falschen und irreführenden Bildes oder Memes zusammenfassen will. Diese These des „Poolings“ zerfällt in mehrere Denklinien, je nachdem, wer sie äußert, aber grob gesagt geht es darum, dass jemand, der ein Hormonpräparat nimmt, das T3-reich ist, nach einer Weile einen Rückgang der Wirksamkeit verspüren kann, da der Körper und seine Strukturen weniger darauf anzusprechen scheinen. Dieses „Pooling“ soll besonders häufig bei Menschen vorkommen, die Schilddrüsenextrakt vom Schwein einnehmen, ein Stück Schweineschilddrüse, in dem die Unterhormone der Schilddrüse schon fertig gebildet vorliegen, und das entgegen häufig entgegensätzlichen Informationen etwa in der Zusammensetzung, wie sie auch der Mensch braucht. Dieser Hormonersatz ist meist durchschlagend besser wirksam bei Menschen mit einer nur sehr kleinen oder gar fehlenden Schilddrüse, weil ja bei Menschen, die T4 nehmen (L-Thyroxin, meist unter dem Namen Euthyrox vertrieben) eigentlich eine gut funktionierende Schilddrüse vorliegen müsste, um dieses erst aufzuspalten. Deshalb leiden Menschen, die T4 verschrieben bekommen, ja so häufig unter Beschwerden, weil eben dieses T4 nicht ausreichend aktiviert wird, stattdessen aber Abbauprodukte entstehen, die den Menschen quälen, eine Form der Medikamentenvergiftung. Hier kann das „T3“ hoch werden, weil giftige Unterhormone der Schilddrüse entstehen, die dem Menschen mit Hormonmangel nicht helfen. Beim Schilddrüsenextrakt kommt so ein Phänomen nur sehr selten vor, und dafür findet man mitunter eine Erklärung und kann das beheben oder in sehr seltenen Fällen eben nicht, und verordnet lieber ein T3-reiches synthetisches Präpart wie Novothyral oder Prothyrid oder Cytomel etc. Die überwiegende Mehrzahl der Menschen profitiert aber sehr stark von Schilddrüsenextrakt, und deshalb machen Hersteller von Extrakt durch den Ansturm, der dabei entsteht, von Jahr zu Jahr sprunghaft steigende Umsätze. Das ruft eine Gegenreaktion des medizinischen industriellen Komplexes hervor, denn hier gehen viele Millionen an Profit verloren. Eine Gegenbewegung, die von der „Schulmedizin“ ausgeht, versucht deshalb schon seit Jahren und das mit zunehmender Insistenz den Schilddrüsenextrakt mit verschiedensten Argumenten schlecht zu machen. Das letzte davon ist das „Pooling“, und damit werden für Betroffenen mehrere Horrorszenarien heraufbeschworen, und das bei Menschen, die vielfach sehr gut mit Extrakt versorgt sind und andere, die vielleicht Dosierungsprobleme haben.  Der Extrakt würde ja zwangsläufig seine Wirksamkeit verlieren, heißt es da, weil er völlig unnatürlich wäre. Es würde ja ein riesiges Missverhältnis zwischen T4 und T3 bestehen, das müsse man mit synthetischem T4 ausgleichen. Schilddrüsenextrakt vom Schwein sei ja so T3-reich, das sei unphysiologisch und womöglich schädlich, man wisse ja gar nicht, was das alles im Körper anrichten könne. So oder so ähnlich sind die Argumente, die ich aus dem Mund von verängstigten PatientInnen tagtäglich höre als Widergabe davon, was die sonst behandelnden Ärzte ihnen sagen, wenn sie auf den Schilddrüsenextrakt angesprochen werden.

Zugleich vergeht aber auch keine Woche, wo nicht eine(r) PatientIn, die von L-Thyroxin auf Schilddrüsenextrakt umgestellt wurde, mir erzählt, welch ein Wunder ihr dabei passiert ist. Wie stark die Lebensqualität dadurch gesteigert worden sei, wie viel sie an Gewicht verloren habe, wie Krankheiten und Beschwerden einfach nach der Umstellung verschwunden seien und vieles andere mehr. Ich kenne mittlerweile tausende Fälle davon und wage zu behaupten, dass der Schilddrüsenextrakt vom Schwein in den allermeisten Fällen von Menschen mit Schilddrüsenhormonmangel im Körper die derzeit beste verfügbare Form eines Hormonersatzes darstellt, zumindest so lange, bis Schilddrüsentransplantationen gemacht werden. Natürlich gibt es Ausnahmen, vor allem aber gibt es eine falsche Dosierung davon, von denen fast kein Behandlungsfall verschont bleibt, und darunter zählen auch Phänomene, die ungerechtfertigerweise in der Theorie des „Poolings“ miteinander vermanscht  werden. Dadurch dass „Pooling“ sich in den Köpfen der Menschen festsetzt, und auch die Vorschläge, wie man „Pooling“ beheben könne, kommt es leider dazu, dass mehr und mehr Menschen Schilddrüsenextrakt schlecht dosieren und dadurch auch nur wenig oder keine Wirkung dadurch verspüren und in manchen Fällen auch eingeschüchtert wieder auf synthetische Präparate umstellen mit dem Gefühl, sie hätten es doch versucht und den Schilddrüsenextrakt nicht vertragen oder eben wegen „Poolings“ aufgeben müssen. Tatsächlich aber sind sie einer Gruselgeschichte aufgesessen, von der ich vermute, dass sie im Umfeld der Pharmaindustrie ausgeheckt wurde, um Menschen von einer biologischen Form des Schilddrüsenhormonersatzes abzuschrecken. Und diese Menschen und ihre Angestellten schreiben ja auch vornehmlich als „Patienten“ in Online-Foren zu Hashimoto und anderem. Meine Vermutung, dass die These des „Pooling“ böswillig ausgeheckt wurde, entsteht aus der Beobachtung der letzten Jahre, wo es wieder und wieder Versuche gegeben hat, die Hormontherapie mit Schilddrüsenextrakt mit verschiedensten Argumenten, auszuhebeln und diese Therapieform für illegal zu erklären und damit abzuschaffen. Glücklicherweise sind diese Versuche bislang alles gescheitert an den Tatsachen, aber auch daran, dass einfach zu viele Menschen existieren, die mit Erfolg Schilddrüsenextrakt einnehmen und ihn auch brauchen. Es sind viele Millionen, die sich nicht beirren lassen, und darunter genügend Menschen, die Einfluss besitzen und geltend machen. Das heißt, loswerden wird die Pharmaindustrie diese Arznei nicht, aber Menschen davon medial abzuhalten, sich für sie zu interessieren, das ist legitim und wird auch nachhaltig unternommen, um Gewinne zu sichern.

So gesehen denke ich, dass wir es mit der These des  „Pooling“ im Wesentlichen mit fake news zu tun haben, und ich gehe fest davon aus, dass wir in einigen Jahren davon nicht mehr sprechen werden. Heute aber vergeht kein Tag, wo mir nicht jemand zum „Pooling“ eine Mail schreibt und fragt, was ich davon halte und warum ich es nicht ausreichend berücksichtige und was man jetzt endlich dagegen unternehmen kann, da es so nicht weitergehen könne, oder? Was soll ich tun? frage diese Menschen, das ist doch „Pooling“ bei mir, oder? Meine Antwort auf diese Frage ist eigentlich dann immer ein Nein, und ich will mit diesem Beitrag auch erklären, warum.

Man erkennt ja auf den ersten Blick, dass die These vom „Pooling“ eine Kopfgeburt der Pharmaindustrie ist, und übrig geblieben aus einer Zeit, wo man dachte, dass nur T4 und T3 im Körper wirksame Hormone sind. Das ist längst passe, aber nur mit dem Glauben an diese alte These kann man überhaupt die These des „Poolings“ aufrecht erhalten. Wenn man die neuere Wissenschaft berücksichtigt und erkennt, dass etwa 30 Hormone der Schilddrüse Wirkung und ein fein abgestimmtes Zusammenspiel miteinander zeigen, von dem wir übrigens erst Ansätze erkennen, wird man erkennen, dass ein Nachlassen der Wirkung von Schilddrüsenextrakt, das ja viele Menschen mitunter während der Therapie verspüren, je nach den individuellen Verhältnisse verschiedene andere Ursachen haben wird und jeweils individuell behandelt werden muss. Davon gibt es wahrscheinlich mehr als zehn, vielleicht zwanzig oder noch mehr verschiedene Gründe. Das muss man am Einzelfall analysieren. Dazu gehören Probleme des Stoffwechsels, ein Mangel an Vitalstoffen wie zum Beispiel Eisen oder Vitamin D oder B12 oder Folsäure, der nicht behoben wurde, und der natürlich behoben werden muss, weil sonst keine Heilung einer Schilddrüsenentzündung zu erwarten ist. Aber auch die hormonelle Versorgung des Körpers ist davon abhängig. Wenn Sie bedenken, dass Vitamin D3 eigentlich ein Steroidhormon ist, das die Aktivierung von mehr als 1200 Genen in unserem Erbgut bewirkt, können Sie sich vorstellen, was ein Vitamin D-Mangel für die Schilddrüse und den Hormonfluß bedeutet. Zum Phänomen des „Poolings“ und seiner Überwindung gehört auch ein Mikrobiom im Darm, das uns bei der Verdauung hilft, Vitalstoffe produziert – und Schilddrüsenhormone, die wir einnehmen, aufnehmen, umbauen und wiederverwerten hilft. Denn die Hormone gehen ja aus dem Blut wieder in den Darm und zurück und die Bakterien und Hefen  sind stark am Hormonstoffwechsel beteiligt, können T3 aktivieren oder deaktivieren. Schlechte oder unwirksame Keime behindern die Hormonflüsse, und hilfreiche Bakterien helfen bei der Steuerung. So gesehen ist es schwierig, die Hormonflüsse im Blut zu haben, von denen jede Körperzelle, die mit Blut versorgt wird, profitieren kann, wenn das Mikrobiom nicht stimmt. Diesen Aspekt müssen wir dem Therapeuten überlassen. Dazu bin ich auch da, und wer das ignoriert, hat öfters „Pooling“, das gar keines ist.  Nimmt er aber Eisen ein und wird sein „Pooling“ los, sind manche der Meinung, dass „Pooling“ existiert, das ist verständlich.

Der wichtigste Aspekt aber wenn es um Phänomene des „Pooling“ (also eine geringe Wirksamkeit von Hormonersatz mit hohem „T3“ als Laborwert), ist der Hormonersatz selbst. Versuchen wir kurz zu sortieren, was hier passieren kann. Als Erstes haben Menschen, die ihren Schilddrüsenhormonersatz mit L-Thyroxin bekommen, ein T4-Depot, das etwa sechs Wochen braucht, bis es abgebaut wird. Bis dorthin kann es verschiedenste Stoffwechselphänomene geben, wo das, was wir in Form von Schilddrüsenextrakt verabreichen, von derzeit noch abzubauendem und umzubauendem L-Thyroxin beeinträchtigt wird. Dann ist es so, dass die Schilddrüse bei vielen Menschen in dem Moment, wo Schilddrüsenextrakt verabreicht wird, registriert, dass hier Arbeit gespart werden kann, und echte Hilfe vorliegt, und dann mit ihrer eigenen Arbeitsleistung zurückgeht, mitunter völlig Urlaub macht. In der Phase empfindet ein Mensch, der gerade einen Aufschwung nach Beginn mit Schilddrüsenextrakt erlebt hat, wieder ein Absinken der Euphorie, da die Dosis nicht mehr ausreicht. Kaum erhöht man diese aber, stellt sich wieder Wohlbefinden ein. So kann es sein, dass jemand, dem man anfangs ein Drittel oder die Hälfte des Hormonbedarfs ersetzt hat, plötzlich mehr braucht, weil die Schilddrüse nicht mehr arbeitet. Das ist positiv, denn sie wird sich in Ruhe schneller erholen als in einem Zustand, wo sie den Körper mit Hormonen versorgen muss. Genauso kann es sein, dass jemand, der mit der Einnahme eines Tagesbedarfs von Schilddrüsenhormonen die Schilddrüse in den Urlaub geschickt hat, von der Erholung der Schilddrüse überrascht wird und plötzlich überdosiert. Manche merken das mit Überfunktionsbeschwerden wie Herzklopfen oder Unruhe, andere nicht. Jene, die das nicht merken, entwickelt die eine häufige Form von „Pooling“, nämlich eine Situation, wo die Schilddrüse Hormone bildet und ein Zuviel in Form von Extrakt eingenommen ist, und alles was überschüssig ist, muss auch von der Schilddrüse abgebaut werden, was eine Menge an Mehrarbeitet bedeutet und ein Anfallen von steigenden Mengen von T3, das nicht mehr wirksam zu sein scheint. Kaum verringert man aber die Dosis vom Extrakt, löst sich dieses Phänomen wieder in Wohlgefallen auf. Das heißt, eine sehr häufig auftretende „Pooling“-Situation ist die sich abzeichnende Heilung der Schilddrüse, und wenn man mit der Dosis schrittweise zurückgeht, gelingt in vielen Fällen ein völliges Absetzen des Hormonpräparates im Zustand der Schilddrüsenheilung. Betroffene sind traurig, weil sie „Pooling“ haben, anstatt sich darüber zu freuen, dass sie geheilt sind. Diese Situation habe ich schon oft in der Praxis erlebt, dass jemand völlig aufgelöst kommt, weil es ihm oder ihr jetzt so lange so gut ging, und jetzt ist wieder alles schlecht. Wer hier einen Schilddrüsenultraschall machen und das Bild interpretieren kann, ist als Therapeut klar im Vorteil. Denn er sieht dann in dieser Situation, dass die vormals kleine und narbige Schilddrüse sich vergrößert hat und wieder wie eine Drüse aussieht, dass sich die Schilddrüse wieder entfaltet hat und der Schmetterling wieder da ist.

Das heißt, die häufigste Form von „Pooling“ ist eine Situation, in der man die Schilddrüse selbst und ihre Eigenproduktion, ihre Sprache, ihr Verhalten, völlig ignoriert und falsch dosiert. Schuld sind in diesen Situationen T3-haltige Unterhormone, die das Bild stören, die derzeit zu hoch oder zu niedrig vorliegen, um Wohlbefinden zu erreichen. Unsichtbar sind diese in der Bestimmung des T3 verborgen, und gehen unsichtbar und missverständlich in die Prozentrechnungen ein, mit denen Menschen die für sie richtige Dosierung von Hormonersatzpräparaten einschätzen wollen. Dieser Weg wird in die Irre führen. Wer aber dem, was er empfindet, vertraut, seine Beschwerden zu deuten weiß und die Mundtemperatur ernst nimmt, wird Laborwerte viel klarer interpretieren können und schneller ans Ziel kommen.

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