Schüßler-Salze für die Schilddrüse

Die Schilddrüse ist nicht nur die größte Hormondrüse des Körpers, sondern eines unserer wichtigsten Organe überhaupt, denn sie steuert unsere Gefühle, sie gibt uns Kraft und erlaubt uns dadurch überhaupt erst, aktiv am Leben teilzunehmen. Die konventionelle Medizin beschränkt sich bei Schilddrüsenproblemen darauf, entweder zu operieren oder die Schilddrüse durch Gabe von L-Thyroxin ersetzen zu wollen. Beides mag bei manchen Krankheitsbildern angezeigt sein. Die meisten Menschen aber leiden entweder an einer Hashimoto-Thyreoiditis, einer Entzündung der Schilddrüse mit der Gefahr der Selbstzerstörung, oder an gutartigen Schilddrüsenknoten – Krankheitsbilder, die von sanfteren Methoden oft weit stärker profitieren, was nicht nur zur Erhaltung des Organs, sondern auch zur Wiederherstellung seiner Leistungsfähigkeit führt. Eine gesunde Schilddrüse erlaubt uns, uns in unseren ganzen Fähigkeiten und Anlagen zu entfalten und ein reichhaltiges emotionales Leben zu führen.

Auf dem Weg zu einer heilenden Behandlung von Schilddrüsenkrankheiten sind Schüßler-Salze ungemein wertvoll. Sie helfen dem Immunsystem, eine Entzündung rascher zu überwinden. Sie weichen harte Strukturen auf und erlauben so die Rückbildung harter Knoten. Sie verbessern den Jodstoffwechsel und helfen den Drüsenzellen bei der Hormonbildung. Sie greifen stabilisierend in unseren Gefühlshaushalt ein und können so die Wirkung der Schilddrüsenhormone unterstützen. Der nächste Schritt einer Heilbehandlung der Schilddrüse ist die Anwendung von Heilpflanzen und heilenden Essenzen auf der Halshaut direkt über der Schilddrüse, wodurch günstige Wirkungen auf Entzündungsprozesse und Knoten genommen werden können (siehe Kasten).

Der erste Schritt der Schüßler-Therapie ist die Gabe von Nr. 15 Kalium jodatum D6. Man nimmt 5 Tabletten täglich über den Tag verteilt über sechs Wochen. Dadurch wird der Jodstoffwechsel aktiviert, was sich günstig auf viele Knotenbildungen auswirkt und außerdem eine geordnete Abgabe von Schilddrüsenhormon in das Blut erreicht. Das kann sich günstig auf Überfunktions- wie auch Unterfunktionsbeschwerden auswirken, da die Leistung der Schilddrüsenzellen harmonisiert und optimiert wird.

Bei Hashimoto-Thyreoiditis gibt es zwei Stadien. Im Akutstadium leiden Sie an Überfunktionsbeschwerden wie Angst, Herzklopfen, Schwitzen, Schwäche. Im Spätstadium rutschen Sie in die Unterfunktion und sind dann müde, schlapp, und teilnahmslos. In beiden Fällen ist es sinnvoll, die Anfangskur mit der Nr. 15 zu machen. Außerdem gibt man im ersten Stadium Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12, Nr. 8 Natrium chloratum D6 und Nr. 12 Calcium sulfuricum D6, um die Entzündung zu lindern und den Wasserhaushalt zu stützen. Im Spätstadium finden sich hingegen schon Vernarbungen, Verhärtungen und Knotenbildungen, die den Schilddrüsenzellen „die Luft abschnüren“. Hier gibt man Nr. 15 Kalium jodatum D6 (um den Jodstoffwechsel dauerhaft im Lot zu halten), Nr. 1 Calcium fluoratum D12 (um harte Strukturen aufzuweichen) und Nr. 11 Silicea D12 (ein probates Mittel bei chronischen Entzündungen). Diese Mischung ist auch geeignet für harte Schilddrüsenknoten, die wohl durch Jodmangel entstanden sind. Sie hilft, die harten Strukturen der Schilddrüse (und der Seele) wieder aufzuweichen und sollte bei harten Knoten mindestens 3 Monate lang angewandt werden.

Bei den dramatischen Erkrankungen der Schilddrüse, dem Krebs, dem Morbus Basedow und dem autonomen Adenom, hat die Schüßler-Therapie nur begleitende Funktion. Hier sind Schilddrüsenblocker bei Überfunktion und die Operation und Bestrahlung vorrangig. Bei Überfunktion der Schilddrüse sollte man auch die jodhaltigen Schüßler-Arzneien Nr. 15 Kalium jodatum D6 und Nr. 24 Arsenicum jodatum D6 vermeiden, da bei Jodempfindlichkeit durch diese Arzneien eher noch eine Verschlimmerung der Beschwerden zu erwarten ist. Hilfreich hingegen sind alle Kalzium-Salze aus dem Kanon: Nr. 1 Calcium fluoratum D12, Nr. 2 Calcium phosphoricum D6, Nr. 12 Calcium sulfuricum D6 und Nr. 22 Calcium carbonicum D6, da Kalzium Sicherheit und Stabilität vermittelt und dabei entkrampfend und beruhigend wirkt. Auch die Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6 hat hier unterstützende Wirkung, am Besten in der heißen Anwendung, bei der man 10 Tabletten in ein Glas heißen Wassers gibt.

Etwa ein Drittel der Deutschen haben Schilddrüsenknoten verschiedener Ausprägung. Manche sind dunkel, weil sie vor allem aus Flüssigkeit bestehen, andere können sogar verkalkt sein, weshalb man von Schilddrüsensteinen sprechen muss. Häufig ergibt sich ein buntes Bild von hellen und dunklen Knoten, bei denen der Arzt überprüfen muss, ob auch einmal ein bösartiger Knoten dahinter steckt. Über 90 Prozent der Betroffenen haben aber an sich harmlose Knoten, die auch nie bösartig werden, weshalb eine Operation nur dann sinnvoll ist, wenn sich Knoten rasch vergrößern und dann auf die Luftröhre drücken. Bei einem solchen Mischbild empfehle ich folgende Schüßler-Kur:

Nr. 1 Calcium fluoratum D12 (um harte Knoten aufzuweichen)

Nr. 8 Natrium chloratum D6 (weil dieses Salz Knoten auflösen kann, die durch Gram und Bitterkeit entstehen)

Nr. 12 Calcium sulfuricum D6 (weil es Sicherheit gibt und Entzündungen stoppt)

Nr. 15 Kalium jodatum D6 (weil es den Jodstoffwechsel optimiert).

 

 

Weitere Einsatzgebiete der 12 Schüßler-Basissalze bei Schilddrüsenkrankheiten:

 

Nr. 1 Calcium fluoratum D12: Gegen harte Knoten und Narben nach Entzündungen der Schilddrüse

Nr. 2 Calcium phosphoricum D6: Bei Morbus Basedow und autonomem Adenom

Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12: Bei jeder Form der Schilddrüsenentzündung und bei Krebs, um den Sauerstoffhaushalt zu verbessern und das Immunsystem zu aktivieren

Nr. 4 Kalium chloratum D6: Bei Schwellungen der Schilddrüse durch Entzündungen wie Hashimoto und Basedow

Nr. 5 Kalium phosphoricum D6: Bei nervlicher Erschöpfung im Rahmen von Überfunktionen

Nr. 6 Kalium sulfuricum D6: Als Leberstärkung bei entzündlichen Erkrankungen

Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6: Als Entspannungssalz bei Überfunktion

Nr. 8 Natrium chloratum D6: Bei Entzündungen und Knoten, da es homöopathisch gegen Kummer und Gram angeht, Gefühle, die sich oft in die Schilddrüse eingraben

Nr. 9 Natrium phosphoricum D6: Bei Jugendlichen mit Schilddrüsenproblemen

Nr. 10 Natrium sulfuricum D6: Bei Bluthochdruck im Rahmen einer Überfunktion

Nr. 11 Silicea D12: Bei Entzündungen und Verhärtungen der Schilddrüse, vor allem, wenn diese schon seit vielen Jahren bestehen

Nr. 12 Calcium sulfuricum D6: Ein weiterer Entzündungshemmer, der außerdem bei Überfunktion seelische Stabilität erreichen kann und bei Hashimoto und Basedow häufig zum Einsatz kommt

 

Weiterführende Literatur von Berndt Rieger:

Die Schilddrüse. Balance für Körper und Seele (Herbig Verlag)

Hashimoto und Basedow. Schilddrüsenkrankheiten ganzheitlich behandeln und heilen (Herbig Verlag)

Schilddrüsenknoten. Warum sie entstehen – wie man sie heilen kann (Createspace)

 

Die Schilddrüsenmassage

 

Die Schilddrüse liegt vorn am Hals unter dem Kehlkopf direkt unter der Haut und kann deshalb durch Lokalanwendungen erreicht werden. Öle von Heilpflanzen werden einmal täglich über 10 Minuten einmassiert – schonend bei Entzündungen, mit Druck bei harten Knoten, um diese aufzuweichen. Bei Hashimoto nehmen Sie Sanddornöl, bei harten Knoten Aprikosenöl und bei Morbus Basedow und autonomen Adenomen Nachtkerzenöl.

Noch schonender sind Wickel. Bei Schilddrüsenentzündung machen Sie Quarkwickel. Ein Esslöffel Quark direkt aus dem Kühlschrank abends auf die Schilddrüse gelegt, Plastikfolie darüber, um ein Austrocknen zu verhindern, mit einem Halstuch festgebunden und über Nacht belassen. Harte Knoten sprechen besser auf Gelee Royal an, das in gleicher Weise über Nacht aufgestrichen und abgedeckt wird. Ein Bienenwachswickel nachts auf der Schilddrüse erzielt ähnliche Wirkung.

 Weiterführende Literatur von Berndt Rieger:

Die Schilddrüsenmassage. Heilende Techniken bei Hashimoto-Thyreoiditis und Schilddrüsenknoten 

 

Schreibe einen Kommentar